Freihandel für wen? Wie Menschen aus dem globalen Süden auf europäische Handelsabkommen blicken

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00:00:14: Wenn EU-Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen über Freihandelsabkommen spricht, klingen diese Abkommen nach einer absoluten Win-win Situation.

00:00:23: Denn ihrer Ansicht nach profitieren beide Seiten gleichermaßen von niedrigen Zellen, Jobs und geringeren Verbraucher in Preisen.

00:00:32: Aber stimmt das?

00:00:34: Wir haben nachgefragt bei Expertinnen aus afrikanischen, lateinamerikanischen und asiatischen Ländern.

00:00:40: Mit Bettina Müller, Referentin für Handelspolitik bei Powershift.

00:00:44: schauen wir auf die Perspektiven aus dem globalen Süden und wie sie sich eine gerechte Handelspolitik vorstellen.

00:01:05: Die Europäische

00:01:05: Union schließt Handels- und Partnerschaftsabkommen ab wie nie zuvor.

00:01:10: Aber wozu die Eile?

00:01:27: Kurzfristige geopolitische Erfolge zählen dabei mehr als langfristige Folgen.

00:01:53: Hallo, mal wieder.

00:01:56: Du bist Referentin für Handelspolitik und hast eben diese Web-Serie mit entworfen.

00:02:01: also herzlich willkommen in Kompass Weltwirtschaft im Podcast von PowerShift.

00:02:05: Vielen Dank ich freue mich wieder hier zu sein.

00:02:09: Die Web-Serie soll bald starten.

00:02:12: wie gesagt es geht um Handelsabkommen und unterschiedliche Aspekte oder Bereiche von Wirtschaft die sie betreffen.

00:02:20: Du hast dafür mit einem guten Dutzend Menschen aus tatsächlich drei verschiedenen Kontinenten geredet, Interviews geführt, deren Perspektiven eingefangen.

00:02:32: Hatten die ähnliche Einschätzung, obwohl sie ja aus ganz unterschiedlichen Kontexten stammen?

00:02:39: Ja das fand ich wirklich interessant zu sehen wie sehr sie eine ähnlichen Meinung hatten so ... Den Handelsabkommen und überhaupt zum Handel mit der Europäischen Union, weil es ging ja nicht nur um Handels abkommen.

00:02:52: Ja ich habe auch Menschen aus Ländern befragt wo jetzt keine Handels-Abkommen aber andere Abkommen beispielsweise strategische Rohstoffpartnerschaften oder so gibt mit der europäischen Union also wo auch die Handeln nochmal über andere Instrumente sag' ich mal geprägt wird.

00:03:09: Eine der Sachen, die ich häufiger gehört habe war das Thema mit den Rohstoffen natürlich.

00:03:13: Dass die Europäische Union sehr viel Interesse hat an den Rohstoffen anderer Länder und entsprechend diese Länder auch vor allen Dingen als das betrachtet – als Rohstofflieferanten.

00:03:24: Und nicht aber nur jetzt die Länder als sich, als abstraktes Gebilde sondern eben die Menschen dort so ein bisschen als Mittel zum Zweck.

00:03:35: Und der eine, das fand ich interessant in seinem Interview.

00:03:38: Der aus der demokratischen Republik Kongo kommt, er meint eben bevor wir überhaupt darüber anfangen können über gerechte Partnerschaften zu sprechen oder Partnerschaft auf Augenhöhe wie es die Europäische Union ja gern tut müssten wir müsste die europäische union eigentlich anfangen die Menschen auch in der europäischen Union anfangen Menschen aus Afrika Menschen aus der DRC tatsächlich als menschen zu sehen.

00:04:00: Ja, das ist auch so ein bisschen was gewesen.

00:04:04: Es geht eben viel um Wirtschaft.

00:04:05: aber dass hinter dieser Wirtschaft Menschen stehen, das war auch eine Kritik die ich häufig und dass diese Menschen nicht gesehen werden.

00:04:11: Das war eine Kritie die ich häufiger gehört habe.

00:04:14: Und dann immer wieder dieses... es ist halt einfach ein ungleicher, ein ungerechter Handel der besteht, der dazu führt, dass die bestehende Arbeitsteilung, die international bestehenden Arbeitesteilungen Die, gerade die Länder Afrikas Asien sind da ein wenig zum Großteil eben zu Herkunftsländern von Primärrohstoffen.

00:04:36: Und bei Rohstoffen meine ich jetzt in dem Fall nicht einfach nur Mineralien sondern eben auch so ja also landwirtschaftliche Produkte macht mit gleichzeitig folgen für die weiterverarbeitenden Industrie.

00:04:47: Also das ist halt kaum möglich es da tatsächlich gute Wertschöpfungsketten aufzubauen und dass es aktiv behindert würde eigentlich durch diese Handelsabkommen oder die Handelsstrukturen auch, die gewachsen sind zwischen der EU und diesen Ländern.

00:05:00: Das war auch was.

00:05:01: Und ein letzter Punkt vielleicht noch den ich erwähnen möchte, was ich total spannend fand, weil sich die Interviews geführt hat mit Menschen aus Kenia und Thailand zum Thema Gesundheit – und ich kenne das noch aus anderen Kontexten, weil ich ja viel auch zum jungen Akkusurabkommen arbeite – diese Kritik daran, was die Kapitelsintellektuellen Eigentumsrechten in Handelsabkommen für die Gesundheitsversorgung, für den Zugang zu einigermaßen bezahlbaren Medikamenten etc.

00:05:31: bedeuten und das ist wirklich sowas gewesen.

00:05:33: Die haben eigentlich ... als wären es zwei gleiche Menschen gewesen.

00:05:39: Also total beeindruckend!

00:05:40: Sie haben beide Unisono das Gleiche gesagt dazu wie die Handelsabkommen.

00:05:45: Wie tatsächlich auch gerade auch innerhalb der Welthandelsorganisation gibt's ja so einen Abkommen?

00:05:49: Das Trips-Abkommen zu intellektuellen Eigentumsrechten.

00:05:53: Wie das dazu führt, dass es eben einfach schwieriger wird für ihre Länder eine gute Gesundheitsversorgung aufzubauen und wie aber die Handelsabkommen nochmal darüber hinausgehen und dass das ihnen große Sorgen

00:06:05: bereitet.".

00:06:06: Und dazu hast du auch ein Interviewausschnitt mitgebracht?

00:06:09: Genau ja!

00:06:10: Dazu habe ich ja wie gesagt mit jemandem aus Thailand gesprochen – mit Shalaam Sakkiditra Kul schwierige Name, genau von FDA Watch und dem Thailandischen Bündnis von Menschen die mit HIV AIDS leben.

00:06:22: Und das hören wir uns jetzt mal an!

00:06:26: Ich befürchte,

00:06:27: dass einige Vorschläge im Rahmen des Freihandelsabkommens zwischen der EU und Thailand dazu führen könnten, dass Medikamente teurer werden und der Zugang zu bezahlbaren Arzneimitteln in Thailand verzögert wird.

00:06:36: Thailand hat ein starkes öffentliches Gesundheitssystem aufgebaut unter anderem weil er allgemeine Wettbewerb dazu beigetragen hat die Arzneimetelpreise zu senken und den Zugang zur Behandlungs- und Vorsorgeleistung zu erweitern.

00:06:49: Sollte das Abkommen einen stärkeren Schutz des geistigen Eigentums oder sogenannte TRIP plusennamaßnahmen beinhalten, könnte es dazu führen dass Arzneimittelmonopole über die Standards im WTO-TRIPS Abkommen hinausgehen.

00:07:00: Das könnte die Kosten für das öffentliche Gesundheitssystem erhöhen den Staatshaushalt zusätzlich belasten und besonders Patientinnen beeinträchtigen, die regelmäßig auf Medikamente und Gesundheitsleistungen angewiesen

00:07:11: sind.".

00:07:16: Und er hat jetzt so ein fremdes Abkommen erwähnt, was noch nicht in Kraft ist.

00:07:21: Aber wenn Kraft treten soll und anscheinend die Patentrechte noch ausweitet, was geistiges Eigentum damit eben auch Medikamente betrifft?

00:07:30: Wie wahrscheinlich ist das, dass tatsächlich so passiert und quasi das, was im Trips steht nochmal verschärft wird?

00:07:38: Das ist eigentlich standeneinander an allen EU-Handelsabkommens.

00:07:42: Seine Sorgen sind dadurch auch berechtigt weil ... Trips Plus oder WTO-Plus Regeln, also die noch mal über das hinausgehen was im Rahmen der Welthandelsorganisation festgelegt wird sind sichtlich von Patentrechten und Patentrechten in dem Fall eben auch auf Medikamente.

00:08:01: Die Herstellung von Medikamenten ist Standard in den EU Handelsabkommen.

00:08:06: deswegen genau ist die Wahrscheinlichkeit dass es auch so im Handels Abkommen mit Thailand durchgesetzt wird relativ hoch

00:08:14: krass.

00:08:14: Also es ist total deprimierend eigentlich, wenn du dir vorstellst dass ihr die ganze Welt die Pandemie mit erlebt hat und daraus vielleicht auch hättest Schlüsse ziehen können.

00:08:25: Ja aber das ist ja nicht nur insichtlich diesen Thema so sondern ich meine wir sehen's ja mit den heißen Wändeln sommern etc.

00:08:32: Und was man da ebenfalls machen sollte in Sichtlich von anderen Art des Wandels und andere Handelsabkommens oder auch nicht gemacht.

00:08:38: also ich will nur sagen Ja, und man sieht das ja.

00:08:41: Es gibt verschiedene Bündnisse mit diesem Thema auseinandersetzen sehr kritisch.

00:08:46: Und wie gesagt ich kenne die auch noch aus anderen lateimerikanischen Kontexten.

00:08:49: Das ist einfach eine immer wiederkehrende Sorge, die Menschen versuchen da immer wieder was zu ändern weil einfach auch die Übermacht natürlich ein Pharma-Konzern dadurch nochmal mehr... gestärkt wurden gerade in Ländern, die eine ganz gute Produktion eigentlich von Genirika haben.

00:09:07: Ist das natürlich wirklich ein Supergau!

00:09:11: Ein weiterer Bereich der in der Web-Serie vorkommt und den wir uns jetzt auch im Podcast nochmal genauer anschauen wollen ist das Thema Landwirtschaft.

00:09:21: Die EU exportiert extrem viele landwirtschaftliche Produkte, aber importiert logischerweise besonders in den Wintermonaten auch relativ viel.

00:09:30: Warum war es so wichtig jetzt auch in der Web-Serie nochmal spezifisch auf Landwirtschaft zu schauen und eben auch auf Ungerechtigkeiten die in diesem Wirtschaftsbereich existieren und verstärkt werden?

00:09:42: Landwirtschaft ist ja mal so eines der heißesten Themen, wenn es um Handelsabkommen geht.

00:09:48: Man hat man jetzt ja bei WU Markus' Ur-Abkommen gesehen tatsächlich damals als viele Menschen gegen T-Tip auf die Strafen gegangen sind.

00:09:54: da ging's auch um Standards aber gerade auch Standards in Erlebensmittelherstellung und das sogenannte um das famose Chlorhönchen an sich vielleicht einigen noch erinnern.

00:10:05: Das heißt Landwirtschaft is auf jeden Fall was sehr intensiv betroffen Handelsabkommen und geregelt wird.

00:10:14: auch nochmal, also es werden ja wirklich die Märkte massiv geöffnet für den Handel.

00:10:19: Also Zöller-Abgesetz für den handel von landwirtschaftlichen Produkten und gerade kleinbäuerliche Vereinigungen weltweit organisieren sich, das gibt ja eine sehr große Lavia Campesina.

00:10:31: Und eines der Hauptforderung ist ja wir können diese Handels Abkomm nicht Landwirtschaft raus aus dem Handels abkommen und auch aus der WTO, also aus der Welthandelsorganisation.

00:10:40: Das heißt, es ist auf jeden Fall ein Thema das muss man sich anschauen und ein zentrales Thema wenn's um Handel geht.

00:10:47: Und auch gerade um Handeln mit der EU.

00:10:48: warum?

00:10:50: Weil nämlich die EU – das weiß man meistens gar nicht, ich kann es gar nicht vorstellen – der größte Grau- und Lebensmittel Export für der Welt ist.

00:10:56: Der größte?

00:10:57: Ja, der größste!

00:10:58: Deswegen ist eben auch nochmal für die EU gerade….

00:11:00: das ist ein ganz zentrales Thema, das Thema Landwirtschaft.

00:11:04: Da gibt so drei Punkte, warum das wichtig ist für die EO.

00:11:07: Zum einen Klaväe exportieren verarbeitete Lebensmittel auch massiv.

00:11:11: Das heißt, sie brauchen natürlich die Grundprodukte aber Schokolade und Kaffee, die wir weiterverarbeiten also ich sag mal so Kakao, die wird zur Schokoladen verarbeiten und Kaffe bohnen dann zu geröstetem Kaffe.

00:11:24: Die wachsen ja hier bei uns nicht in keinem einzigen EU-Land her.

00:11:27: das heißt da brauchen wir durch die Rohprodukte Und dazu brauchen wir verstärkten Handel mit Ländern wo die wachsen und dass es auch geregelt dann natürlich über Handelsabkommen.

00:11:39: Gleichzeitig subventionieren wir natürlich aber unseren Landwirtschaftssektor sehr stark.

00:11:42: Das ist ja auch immer wie eine wiederkehrende Kritik gerade von Ländern auf den globalen Süden, die sagen, ja und eure subventionierten Produkte schmeißt sie dann halt auf unsere Märkte und macht uns hier die Märkte kaputt.

00:11:51: Und über Handelsabkommen werden diese landschaftlichen Produkte dann nochmal können noch mal günstiger gehandelt werden weil es natürlich auch dieses Schutz zu anderen Ländern nicht mehr gibt.

00:12:00: Und ich hab einen Interview mit dem man aus Kolumbien geführt, wo eben die Milchwirtschaft davon sehr stark betroffen ist.

00:12:06: Man muss wissen ... Oder man weiß es ja vielleicht auch.

00:12:09: Wir haben eine Großüberproduktion an Milch in der Europäischen Union und nun guter Überschuss muss dann eben auf alles abgesetzt werden?

00:12:17: Natürlich überschwemmt!

00:12:19: Richtig!

00:12:21: Und der dritte Punkt ist der Fall von Obst und Gemüse.

00:12:25: Gerade wenn man in Deutschland lebt, weiß man es ja wie traurig unsere eigene Obst- und Gemüseproduktion gerade im Winter ist?

00:12:30: Du hast es erwähnt!

00:12:31: Da wächst hier halt einfach nicht wirklich viel außer vielleicht ein bisschen Kohle.

00:12:37: Deswegen importieren wir natürlich dann einfach massiv Obst & Gemüser.

00:12:45: Was das betrifft, hast du auch noch einen... O-Ton mitgebracht.

00:12:48: Genau, ja!

00:12:49: Und zwar aus Marokko.

00:12:52: Richtig!

00:12:53: Von Naib Al-Kesby, Wirtschaftswissenschaftler der sehr spannende Dinge gesagt hat und eben auch darüber redet was dieses Monopol eigentlich der EU auf landwirtschaftlichen Export und Import dann für ein Land wie Marokco bedeutet?

00:13:09: Was eigentlich auch auf.

00:13:25: Man muss wissen, dass all diese Abkommen eigentlich keine Frauen als Abkommen sind.

00:13:29: Es handelt sich vielmehr um Präferenzabkommen.

00:13:31: Das heißt im Klartext die Europäische Union sagt zu Marokko ihr könnt Eurotomaten klimatieren und so weiter exportieren Aber es gibt Bedingungen und hier liegt eine klare protectionistische Dimension

00:13:49: vor.

00:13:49: Es

00:14:01: gibt entweder Quoten, Das heißt, man darf nicht über ein bestimmtes Kontingent hinaus exportieren oder man darf unter Einhaltung eines bestimmten Zeitplans nicht exportieren.

00:14:11: Zum Beispiel nicht über den Monat Mai hinaus weil im Mai die europäischen Produkte auf dem Markt kommen.

00:14:17: Schlimmer noch!

00:14:18: Man darf nicht unter einem bestimmten Preis exportieren.

00:14:21: Stellen Sie sich das einmal vor.

00:14:22: Das ist eine Negation des Freihandels und der Theorie des komparativen Vorteils

00:14:32: Und Najib Akkesbi macht auch deutlich, welche Folgen dieser Fokus auf landwirtschaftlichen Export für die Umwelt in Marokko hat.

00:14:45: Dieses Modell zerstört unsere natürlichen Ressourcen.

00:14:48: Das große Problem besteht darin, dass Marokkoproduktion zweigeentwickelt hat, die extrem ressourcenintensiv sind was die Wasserressourcen des Landes angeht.

00:14:57: Dabei ist Marokko ein Land, das nicht nur seit langem unter Wasserstress leidet sondern sich mittlerweile in einer Situation der Wasserknappheit befindet.

00:15:24: Dieses Landwirtschaftsmodell ist also eine echte Gefahr für den Erhalt der natürlichen Ressourcen Marokos.

00:15:34: Es

00:15:34: ist absurd, den Anbau von Wassermelonen voranzutreiben – einer Kulturpflanze die zwar eine sehr nützliche Frucht ist aber extrem wasserintensiv, also sehr wasserhungrig!

00:15:45: Es ist absurd, Wassermelonen beispielsweise in einer Region wie Sagora anzuflanzen und der selbst ein Trinkwasser mangelt.

00:15:58: Das war Najib Akhespi, ein Wirtschaftswissenschaftler aus Marokko den du interviewt hast was ich mich gefragt habe als ich euer Interview angehört hab nimmt er da nicht ein bisschen die marokkanische Regierung aus der Verantwortung.

00:16:12: Wenn er zum Beispiel kritisiert, dass es jetzt einen verstärkten Anbau- und Export von Wassermelonen gibt, die eben sehr viel Wasser benötigen und das ist ja durchaus auch eine Entscheidung, die im Land getroffen wird dann auf Kosten von eben der Wasserversorgung mit der Konsequenz, dass das zu Wasserknappheit kommt also... Da kann man ja nicht nur die EU in Verantwortung ziehen.

00:16:34: Ja, das wäre jetzt vielleicht meine Antwort.

00:16:37: Zum einen sind gewachsene Wirtschaftsstruktur und Austauschverhältnisse.

00:16:40: Ich hatte es ja schon mal von der interzahlen Arbeitsteilung, wo auch gerade innerhalb der EU wenig Interesse daran besteht da wirklich was zu verändern weil wir davon profitieren.

00:16:56: Und Marokko da nicht die nötige Macht hat, um entsprechend sich anders durchzusetzen.

00:17:04: Einfach auch wirtschaftlich.

00:17:05: also du musst überlegen Marokko gegen siebenundzwanzig EU-Staaten wirtschaftliche anzukommen und da entsprechende Verhandlungen macht aufzubauen ist jetzt nicht ganz einfach das kann man sich vielleicht vorstellen.

00:17:16: Und die Abkommen an sich sind eben auch so strukturiert dass jetzt wenig anderes zulassen.

00:17:21: Also du hast ja Kapitel drin wo gerade auch explizit verboten wird und untersagt wird, dass sowas wie Technologiestransfer stattfindet oder das Marokko beispielsweise auch andere Länder die diese Abkommen unterzeichnen.

00:17:35: Überhaupt Investoren in dem Land Auflagen machen dürfen ja dazu wie das Personal, was das Personal eingestellt werden müsste lokal ist, dass auch lokale Vorprodukte verwendet werden müssten um eben so eine andere Art von Wirtschaft dann noch aufzubauen so eine richtige Transformation eines Wirtschaftssystemes, da es braucht eben schon einiges.

00:17:56: Es braucht auch viele finanzielle Ressourcen und das ist ja sowieso in Ländern des globalen Südens jetzt nicht das was am meisten vorhanden ist.

00:18:06: Genau als ich würde sagen es ist so ein Zusammenspiel von Faktoren.

00:18:09: natürlich kannst du die Regierung jetzt nicht völlig aus ihrer Verantwortung nehmen weil sie hat sie effektiv aber es ist auch nicht so leicht zu sagen naja aber muss ihr die Region entscheiden?

00:18:23: Das dritte Thema, über das wir reden wollen heißt du auch schon angesprochen.

00:18:25: Und zwar Rohstoffe und Rohstoffpartnerschaften die jetzt eben wichtiger werden mit Blick auf Energiewende und wirtschaftliche Transformation.

00:18:38: Wir haben da auch schon diesen Sneak Peak aus der Web-Serie gehört, wo du auch schon eben darüber geredet hast dass es zum Beispiel für die Elektrifizierung einfach bestimmte Rohstoffe vermeint braucht und die EU da auf Partnerschaften mit vielen Ländern setzt um das zu diversifizieren.

00:18:56: Die südafrikanische Wirtschaftswissenschaftlerin Lebo Hang Lipolofeco Die hat eben auch in eurem Interview über diese Partnerschaften geredet und findet da deutliche Worte.

00:19:13: Es ist keine Partnerschaft, sondern Selbstschutz.

00:19:16: Und natürlich geschieht dies vor dem Hintergrund, dass der afrikanische Kontinent etwa dreißig Prozent der weltweiten Reserven an kritischen Rohstoffen besitzt, darunter fünffünfzig Prozent der Koboldvorkommen und etwa achtzig prozent der Platin vorkommen – viele davon in Südafrika sowie bedeutende Anteile an Mangan, Graffit und Lithium.

00:19:35: Diese Mineralien sind natürlich von entscheidender Bedeutung für Europas Energiewende Lebensstil für Elektrofahrzeuge und Batterien sowie für all das, was Europa derzeit wirklich in Spum bringen soll.

00:19:48: Und dennoch tragen wir als Kontinent immer noch weniger als drei Prozent zur weltweiten Industrieproduktion bei.

00:19:55: Das ist ein schwerwiegendes Problem, denn es verdeutlicht dass wir – obwohl wir die Grundlage der modernen industriellen Zivilisation bilden – strukturell Von der Industriellen macht selbst ausgeschlossen bleiben.

00:20:08: Von den Methoden, den Mitteln, der Verteilung und der

00:20:11: Kontrolle.".

00:20:16: Ja ich fand das Interview mit Lebo Hang super!

00:20:20: Ich habe die tatsächlich damals kennengelernt... Naja, Kenngleis mit viel gesagt.

00:20:24: Ich hab sie das erste Mal gesehen als ich damals in Brüssel vor drei Jahren ungefähr war auf einer Beyond Growth Konferenz und hat sich auch sehr deutliche Worte gefunden dazu was der Handel mit der Europäischen Union für Länder Afrikas bedeutet.

00:20:36: Und das Problem was wir derzeit sehen ist ja dass der Druck auf die Ausbeutung von Rohstoffen immer mehr zunimmt und jetzt nicht nur wegen der europäischen Union.

00:20:44: also das ist ja ganz klar.

00:20:45: Wir sehen dieses.

00:20:47: es gibt zum einen dieses Wettrennen um Rohstoffe.

00:20:51: Ich sage es jetzt mal saubere Technologien für Digitalisierung etc.

00:20:56: Das sind natürlich auch die USA, China aber auch Russland gerade auf dem afrikanischen Kontinent jetzt kein zu unterschätzender Player.

00:21:04: und auf der anderen Seite dieses wieder aufgeflammte Wettrüsten Gerade von europäischer Seite führt natürlich auch dazu, dass noch mal mehr Rohstoffe gebraucht werden.

00:21:15: Und es ist ganz interessant weil der Critical Raw Materials Act über den wir hier auch schon in diesem Podcast häufiger gesprochen haben also ich nicht aber meine Kolleginnen aus dem Wohlstoff Team für denen haben ja auch massiv die Verteidigungsindustrie damals oder die Rüstungsindustrie lobbyiert.

00:21:32: Also da sieht man schon auch deswegen nicht nur wegen der Digitalisierung etc.

00:21:38: Braucht die Europäische Union mehr Rohstoffe, sondern eben auch um ihre Rüstungsfirmen zu bedienen.

00:21:45: Ja über den Aspekt haben wir noch gar nicht so viel geredet was eigentlich auch alles mit der Aufrüstung auf uns zukommt jetzt auch aus klimapolitischer Sicht betrachtet oder eben rohstoffpolitischer Sicht.

00:21:57: Vielleicht wird es da nochmal eine Folge geben.

00:21:59: ich will nichts vorwegnehmen nicht mit mir.

00:22:03: Wir haben jetzt über Patentrechte, insbesondere mit Bezug auf Medikamente geredet.

00:22:08: Über landwirtschaftliche Import-Exportstrukturen und eben über Rohstoffe und Rohstoffpartnerschaften drei große Bereiche wo wir aber durchaus viele Gemeinsamkeiten sehen was das europäische Handeln betrifft Und zwar entsteht daraus aus den Handelsabkommen, wie auch aus der Partnerschaften kein effektiver Schutz von Umwelt oder auch Menschenrechten.

00:22:33: Stattdessen wird eben diese internationale Arbeitsteilung, wie du es nennst verstärkt und daraus gibt es eben mehr und mehr negative Konsequenzen für Länder des globalen Südens.

00:22:45: was uns eben diese Expertinnen und viele weitere ExpertInnen mit denen du noch geredet hast bestätigen könnte auch anders gehen.

00:22:55: Das ist immer wichtig, nicht zu vergessen.

00:22:57: Es gibt Alternativen und gerade auf die Menschen in den Interviews, die betonen auch dass es eben etwas gibt für das es auch wert ist sich einzusetzen, dass es wert ist da eine Hoffnung zu bewahren.

00:23:11: Und Lebo Hang die Polofeko hat dafür nochmal geworben auch wirklich kämpferisch darauf zu schauen und nichts zu vergessen was es zu erreichen gilt.

00:23:26: Ein gerechtes und meiner Meinung nach radikales und transformatives Handelssystem wird es allen Ländern, einschließlich der afrikanischen Länder ermöglichen die eigenen Großstoffe zu fördern und zu verarbeiten eigene regionale Wertschöpfungsketten aufzubauen mehr Rohstoffe im Inland zu behalten multinationale Konzerne nach eigenem Ermessen zu besteuern die Ernährungs-Souveränität zu schützen übrigens auch unsere eigenen Märkte zu schützen Zölle Steuern nach unseren eigenen Bedingungen zu erheben und öffentliche Industrien sowie strategische Sektoren zu entwickeln.

00:23:59: Und ich denke, die Europäische Union muss die Souveränität der afrikanischen Länder respektieren – wir sind kein Land!

00:24:05: Wir sind viele Länder und alle großartig.

00:24:08: Die EU muss unsere Entwicklungsprioritäten respektiren, asymetrische Handelsabkommen wirklich beenden, Schuldenerlassen

00:24:14: unterstützen.".

00:24:15: und die Reparationsbewegung fördern.

00:24:18: Denn Schulden, so wie sie bisher gestaltet wurden, schwächen unsere Verhandlungsposition, unsere Entwicklung und unsere Souveränität.

00:24:25: Die EU muss außerdem einen sinnvollen Technologietransfer- und Austausch ermöglichen.

00:24:31: Genau das wäre unser Ansatz um die koloniale Logik rückgängig zu machen und abzubauen – bei der der Reichtum den Kontinent verlässt während die Armut

00:24:39: zurückbleibt.".

00:24:40: Das

00:24:42: war Libohan Lipolofecu.

00:24:45: Was ich auch sehr schön fand, noch mal zu erwähnen ist das eben eine Perspektive global gerechter zur Wirtschaft und am Ende auch eben allen Menschen zu Bude kommt.

00:24:54: Und dass da nicht nur darum geht, Verantwortung zuzusprechen insbesondere dem globalen Norden die auch historisch gewachsen ist sondern eben auch zu betonen, dass am Ende alle Menschen etwas davon hätten.

00:25:10: Danke Bettina, dass wir da zusammen reingeschaut haben diese Sneak Peaks bekommen haben von der Web-Serie.

00:25:16: Ich bin schon total gespannt und freue mich wenn sie veröffentlicht wird.

00:25:19: wann ist es soweit?

00:25:21: Ja wie jetzt dann irgendwann September, Oktober also demnächst kommt ihr raus.

00:25:27: ich bin auch sehr gespannt.

00:25:28: und genau dann jede Woche eine neue Folge sind die acht.

00:25:30: insgesamt kann man sich anschauen die sind nicht lang so dreieinhalb bis maximal sechs und ein halb Minuten, das kann man auch mal so zwischendurch schieben.

00:25:40: Und ja ich hoffe sie gefällt und Sie darf gerne geteilt werden mit allen weiteren interessierten Menschen und auch genutzt werden weil da wirklich viele gute Ideen sind die wir versucht haben mit reinzubringen.

00:25:50: und es ist vielleicht auch noch wichtig zu sagen alle Interviews also weil wir mussten ja sehr viel zusammenschneiden.

00:25:55: Die Interviews waren zum Teil viel viel länger als dass wir in der Webserie darstellen konnten Aber die können auch alle gesehen werden, sie sind auch immer verlinkt in der Beschreibung der einzelnen Videos.

00:26:06: Das heißt, die kann man sich auch anschauen in voller Länge.

00:26:10: also genau tut das weil es waren wirklich sehr interessante Stimmen dabei.

00:26:15: Also eine Empfehlung an euch und natürlich schaltet doch wieder rein bei der nächsten Folge vom Kompass Weltwirtschaft.

00:26:21: Und wenn euch diese Folge gefallen hat dann teilt Sie empfiehlt sie weiter liked sie auf Spotify auf YouTube auf PolyJ, auf welcher Plattform auch immer ihr sie anhört oder anschaut.

00:26:32: Ansonsten will ich mich nur bedanken fürs Zuhören und danke dir Bettina für unser spannendes Gespräch!

00:26:38: Danke dir Noah und bis bald!

00:26:39: Bis

00:26:40: bald.

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