Grüner Stahl trotz Wirtschaftskrise? Was es für die Transformation jetzt braucht
Show notes
- Kompass Weltwirtschaft To Go #64.1: Grüner Stahl – wie kann das gehen?
- Kampagne von PowerShift: Klimacheck Wasserstoff: Ökologisch und sozial gerecht
- Kompass Weltwirtschaft #53: Blauer Wasserstoff: fossil und klimafreundlich?
- Report von PowerShift: Klimacheck Handelspolitik – Wie klimagerecht ist die europäische Handelspolitik?
Show transcript
00:00:14: Unsere Welt steht auf stählernen Füßen.
00:00:17: Nicht nur für Autos oder Hochhäuser, auch für Windräder, Züge und öffentliche Infrastruktur brauchen wir Stahl!
00:00:25: Doch die deutsche Stahlindustrie ist am Wanken – Grund dafür sind gestiegene Energiepreise, hohe US-Zölle auf Stahlprodukte und der billige Stahl aus China.
00:00:35: Wie kann sich die Stahlindustrie in dieser schwierigen Lage hin zu grünem Stahl transformieren?
00:00:40: Woran scheitert die Decarbonisierung
00:00:42: bislang?!
00:00:43: Und sollte die EU ihre Stahlindustrie besser schützen?
00:00:47: Darüber spreche ich heute mit Thomas Fritz, Referent für Handels- und Investitionspolitik bei Powershift.
00:01:07: Hallo und herzlich willkommen zur neuen Folge von Kompass Weltwirtschaft dem Podcast von Powershifft!
00:01:14: Ich begrüße heute Thomas Fritts, Referend für Handelsohninvestitionspolitik.
00:01:18: Hallo, Thomas.
00:01:20: Hallo Nora.
00:01:21: Schön, dass wir heute zusammensitzen.
00:01:23: Wir wollen über ein großes Thema reden Schwere Thema im wortwörtlichen Sinne, nämlich Stahl.
00:01:30: Deutschland ist der größte Stahlproduzent in der EU.
00:01:34: Dementsprechend ist das ein durchaus relevanter Wirtschaftszweig hier.
00:01:39: Aber die Stahlindustrie ist am Wanken.
00:01:42: Wenn man sich anschaut was so Wirtschaftsinstitute schreiben dann könnte man fast schon Panik bekommen.
00:01:48: Die schreiben von hunderten von tausend Arbeitsplätzen, die bedroht sind.
00:01:52: wir haben eben festgestellt dass es ein bisschen dramatisiert.
00:01:55: Wenn man sich nur die Produktion anschaut, dann kann man aber trotzdem feststellen dass mehrere tausend Arbeitsplätze bedroht sind.
00:02:03: Warum steckt die Stahlindustrie in der Krise?
00:02:08: Die Stahlindustrie ist unter Beschuss aus verschiedenen Seiten.
00:02:15: Es gibt zum einen wirklich große Überkapazitäten weltweit auf dem Stahlmarkt.
00:02:22: Dafür wird wesentlich China verantwortlich gemacht, weil es in China wesentlich mehr Stahl produziert wird als China selbst nachfragt.
00:02:31: Und diesen überschüssigen Stahl dann zu sehr günstigen Preisen auch auf dem Weltmarkt absetzt.
00:02:39: und der Stahl hat durchaus auch gute Qualität.
00:02:41: Deswegen macht dieser Stahl denn auch Konkurrenz den Stahlerzeugern in anderen Ländern wie eben auch in Deutschland.
00:02:49: Dazu kommt, dass es eine sinkende Nachfragener Stahl gibt.
00:02:55: Auch hier im europäischen Binnenmarkt.
00:02:56: das hat unter anderem auch mit der Sparpolitik zu tun die ja hier in der Europäischen Union und gerade in Deutschland ganz leidenschaftlich verforten worden ist und deswegen in vielen Bereichen nicht investiert worden ist.
00:03:10: denn den hätte investiert werden sollen beispielsweise in der Infrastruktur im Bausektor.
00:03:17: Wenn dort mehr investiert worden wäre, hätte es aus einer größeren Stahlnachfrage gekommen.
00:03:23: Also hier die Sparpolitik ist auch ein Faktor der dafür sorgt dass Stahl nicht so stark nachgefragt wird.
00:03:31: dann gibt es die Wettbewerbsschwäche natürlich der hiesigen Industrie weil die chinesische Stahlindustrie aber auch aus anderen Ländern China ist ja nicht der einzige Stahlproduzent günstiger Politiker und heils günstige auch wegen niedriger Lohnkosten als hier in Deutschland und in Europa.
00:03:51: Es gibt dann das Problem des Handelskriegs, der von den USA angezettelt worden ist und die USA haben Zölle von fünfzig Prozent auf Stahl- und Stahlderivate erhoben also diese Derivate damit man Produkte die Stahl verbaut haben, in den Stahl großen Anteilen enthalten ist.
00:04:14: Das betrifft dann viele Maschinen, in denen Stahl verbaut worden ist aber auch Elektronik.
00:04:20: und diese Fünfzig Prozent Zölle in den USA haben dafür gesorgt dass viele Länder die sonst in die USA Stahl exportiert haben sich nun andere Abnehmerländer suchen und deswegen kommt es zu einer sogenannten Handelsumlenkung.
00:04:33: Stahlströme von China werden nun umgelenkt auf anderen Märkte zum Beispiel auch in die Europäische Union Und das sorgt dann dafür, dass es hier noch einen stärkeren Wettbewerbsdruck gibt durch diese umgeländen Handelströme.
00:04:47: Dann kommt hinzu,
00:04:48: wo
00:04:48: runter hier und das ist auch Teil der Wett bewerbsschwäche die Stahlindustrie natürlich leidet.
00:04:53: sie ist eher enorm energieintensiv und die hohen Strompreise hier in der Bundesrepublik Das etwas, was die Stahlindustrie dann negativ trifft und sie da weniger wettbewerbsfähig sind als Stahlerzeug in anderen Ländern wo die Energiepreise niedriger sind.
00:05:14: Und dann kommt als weiteres Problem für die Stahlinustrie hinzu dass sie ja eigentlich ihre CO-Zweihemissionen senken soll.
00:05:26: Also die Stahlindustrie gehört da zu den Sektoren der energieintensiven Industrie, die besonders emissionsintensiv sind.
00:05:34: Deswegen muss die Klimaschädlinge in Emissionen Senken und dazu haben wir hier das Instrument des CO-Zeitpreises wird wesentlich bestimmt über das europäische Emissionshandelssystem dieser CO-Preise.
00:05:50: Und der soll Perspektive steigen.
00:05:51: Da steigt auch Und das wird dann natürlich auch noch mal dafür sorgen, dass die Produktionskosten für die Stahlindustrie steigen werden.
00:06:02: Sodass es den Druck der Stahl-Industrie nun die eigene Stahlproduktion zu dekarbonisieren, sodass man weniger von dem CO² Preis betroffen ist aber auch im internationalen Wettbewerb bestehen kann weil andere Länder fangen nun an Emissionsarmenstahl zu produzieren, was dann viel, wenn es besonders weit geht wird dieser Stahl auch grüner Stahl genannt.
00:06:30: Wenn man völlig emissionsneutral produziert werden sollte.
00:06:33: aber das ist ein sehr weiter Schritt da bräuchte viele zwischen Dritte viele sehr teure Investitionen.
00:06:39: und diese hohen Investition die Stahlunternehmen können wir uns selbst nicht leisten und dafür rufen sie nach Subvention nach Unterstützung sein zu der öffentlichen Hand.
00:06:53: Auf grünen Stahl kommen wir auf jeden Fall gleich noch zu sprechen, ich fass mal kurz zusammen die vielen Aspekte, die du genannt hast, die jetzt aktuell zu dieser Krise führen.
00:07:02: also Wir haben eine Energiekrise Also sehr stark gestiegene Energiepreise Die auch mit dem Krieg in der Ukraine zusammenhängen.
00:07:10: Wir haben diesen Handelskrieg Mit den Kampfzöllen quasi seiner Überproduktion und eben auch andere Länder, die jetzt ihre Exporte von Stahl- und Stallprodukten umleiten.
00:07:26: Weil sie eben nicht mehr in die USA exportieren oder weniger durch den Exportieren und eben perspektivisch diese Herausforderung Energie oder Emissionsärmer zu produzieren.
00:07:39: Manches davon hätte man jetzt vielleicht nicht vorhersehen können.
00:07:43: also Zum Beispiel den Handelskrieg ist jetzt eine Entwicklung, die zumindest nicht schon vor Jahrzehnten absehbar war.
00:07:50: Anderes hingegen, dass zum Beispiel fossile Energien tendenziell eher teurer werden, ist jetzt einer Entwicklung, der Power Shift und Zweifel Zoll auch schon angekündigt hat.
00:08:03: Wie konnte es passieren?
00:08:05: Dass diese Industrie, die ja auch extrem wichtig ist, sich darauf nicht vorbereitet hat!
00:08:12: Ja, das hat natürlich damit zu tun dass diese Industrie wie andere Industriezweige auch privat wirtschaftlich organisiert ist und die Antalts Altmann der großen Stahlkonzerne haben natürlich in erster Linie eine Interesse daran sich selbst an diesen Unternehmen zubereichern.
00:08:32: Und sie ziehen auch nach wie vor sehr viel Geld aus diesem Unternehmen raus.
00:08:38: gerade sehr produktive Stahlunternehmen nach wie fort Zahlen immer noch beträchtliche Dividenden, nicht so hoch wie in anderen Industriezeigen.
00:08:47: Und diese Dividendzahlungen sind dann bei den Stahlwerken deutlich zurückgegangen die jetzt in der Krise sind und das kann man sich nicht mehr leisten.
00:08:55: aber in der Vergangenheit weil das nach wie vor ein Bereich wo durchaus sehr viele Profite auch gemacht worden sind und diesen raus gezogen wurden und nicht in dem Maße wie das eigentlich notwendig gewesen ist reinvestiert worden in diese Stahl Werke um dann die Transformation der Stahlwerke hin zu grünem Stahl zu finanzieren durch die eigenen Gewinne, die man gemacht hat.
00:09:19: Das wäre möglich gewesen durchaus.
00:09:21: da hätten auch die Regierung stärker darauf acht geben können.
00:09:26: sie hätten einen stärkeren Druck ausüben können zumal das muss man dann auch sehen an manchen Stahl Werken auch die öffentliche Hand selbst beteiligt ist.
00:09:34: dass es in Deutschland auch der Fall als Gitter AG beispielsweise hält der Staat Anteile an diesem Unternehmen und auch in anderen Stahlwerken ist das durchaus der Fall, dass da die öffentlichen Hand auch in andere europäischen Ländern dann auch Anteilen hält.
00:09:51: Das heißt wenn man selbst Anteil hält an einem Unternehmen muss man natürlich auch selbst Einfluss nehmen auf die Unternehmenspolitik und dafür sorgen, dass aufreichende Investitionen aus ihnen selbst erwirtschafteten Gewinnen dann auch geleistet werden.
00:10:05: Das ist in der Vergangenheit nicht geschehen, obwohl die Belegschaften das durchaus eingefordert haben, die Gewerkschaften das eingefordert haben.
00:10:13: Aber gegen diese Profitlogik haben sie sich dann leider nicht durchsetzen können und nun sind es die Beschäftigten, die tatsächlich diese Fehlentscheidungen von Regierungen und von den Anteilseignern dieser starken Konzene zu bezahlen haben.
00:10:29: Das ist das Bittere dabei!
00:10:31: Das ist tatsächlich eine Krise, die auf dem Rücken der Beschäftigen ausgetragen
00:10:35: wird.
00:10:37: Um das mal zu illustrieren, was du meinst?
00:10:40: Wenn man sagt die Transformation wurde verschlafen.
00:10:43: Aktuell werden in Deutschland nur dreißig Prozent des Stahls und sogenannten Elektro-Lichtbogenöfen hergestellt und siebzig Prozent eben im konventionellen Verfahren über die Hochofenroute, die eben wie du schon gesagt hast extrem emissionsintensiv ist.
00:10:59: Ich hab mir angeschaut, wie das konventionelle Verfahren funktioniert.
00:11:03: Ich versuch das mal kurz zusammenzufassen, ergänz mich wenn ich da technische Ungenauigkeiten reinbringe!
00:11:10: Ich habe so verstanden dass in der Hochofenroute Eisenärzt und Koks beides genutzt wird und dann das Kokos sich verbindet mit dem Eisenoxid im Eisenerz um aus dem Eisenerzen nur das Eisen zu gewinnen
00:11:28: Und
00:11:29: als Nebenprodukt entsteht in diesem chemischen Prozess schon viel CO₂.
00:11:34: Zusätzlich wird aber auch der Hochofen mit aktuell meistens fossiler Energie betrieben, wo eben dann auch sehr viel CO² freigesetzt wird und unterschiedliche Emissionen.
00:11:49: Wie würde jetzt dieses Verfahren aussehen, wenn man grünen Stahl will?
00:11:53: Also ein basically emissionsfreien Stahl ...
00:11:57: Ja, das ideale Alternative zu der Hochrufenroute was diskutiert wird wäre wenn es anstelle die Hochrufengote eine Kombination gibt zwischen einer sogenannten Direktreduktionanlage und einem Elektrolichtbogenofen.
00:12:15: In einer Direkt-Reduktionsanlage würde dann das Eisenerz nicht mehr mit Koks reduziert werden wie das im Hochofen ist sondern mit Wasserstoff Und da würde dann sogenannte Eisenschwamm entstehen und dieser Eisenschwang würde in den Elektro-Lichtbogenofen eingeschmolzen werden, sodass daraus dann flüssiger Rohstahl entsteht.
00:12:40: Das ist eigentlich so das Optimum.
00:12:43: Da würde man wenn auch noch der Wasserstoff aus grünem Stroh produziert wird zu einer weitestgehend emissionsfreien grünen Stahlproduktionen kommen.
00:12:54: Also die Kombination von Direktreduzionsanlagen mit Elektro-Lichtburgen öffnen, das ist eigentlich so der optimale
00:13:01: Weg.".
00:13:03: Und hätten wir dafür jetzt schon ausreichend Wasserstoffanlagen in Deutschland?
00:13:08: Das gehört zu den Eingpassfattoren bei der Transformation des Grünen Staats und das ist auch einer der Gründe, warum es jetzt noch zum Stocken gekommen Pilotprojekten zur Produktion von emissionsärmeren Stahl.
00:13:25: Es braucht hohe Investitionen zum Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur, die Elektrolyseure zu Produktion des Wasserstoßes.
00:13:34: dann das Netz muss ausgebaut werden zum Transport des Wasserstoffs von den Stellen wo der Wasserstoff produziert wird bis hin zu den Industrieunternehmen die den Wasserstoff einsetzen sollen wie eben auch den Stahlwerken.
00:13:48: Und diese Investitionen hinken komplett hinterher.
00:13:51: Hinzu kommt Deutschland und die Europäische Union haben auch geplant, einen großen Teil des Wasserstoffs nicht nur hier selbst zu produzieren sondern auch zu importieren.
00:14:01: Auch die Länder aus denen man Wasserstoff importieren will, haben die gleichen Probleme den Wasserstoff zu produziert.
00:14:08: Da will man ja Wasserstoff auf nicht nur aus europäischen Ländern sondern auch aus Übersee beispielsweise importieren.
00:14:14: und diese Projekte sind auch alle erst im Aufbau begriffen.
00:14:18: Sprich, die Wasserstoffverfügbarkeit ist ein wirklich bedenklicher Engpass Faktor für die Decarbonisierung von Stahl zuzeit.
00:14:28: Das heißt der Aufbau das Hochfahren der Wasserstoffindustrie ist eine Voraussetzung für den grünen Stahl und da müssten auch wesentlich mehr Investition auch öffentliche Investition hineinschließen.
00:14:42: Es ist, denke ich, relativ eindeutig was wir aus Powershift-Perspektive zu gewinnen haben bei Grimstahl.
00:14:48: Nämlich eben weniger Emissionen eine Energiewende, eine Transformation.
00:14:55: Was würde die Stahlindustrie gewinnen wenn sie diesen Ausbau weiter vorantreibt oder eben auch mit Subvention von Politik die dann die notwendige Wasserstoffinfrastruktur dementsprechend ausbauen?
00:15:08: Die Stahlindustrie per se ist ja kein Selbstzweck, sondern wir brauchen die Stahlindustrie einfach.
00:15:16: Sie ist ein wichtiger Wirtschaftssektor, die einen wichtigen Werkstoff produzieren, den wir brauchen nicht nur in klassischen Industriezeiten wie der Autoindustrie und Automobilindustrie, sondern auch für die ganzen Clean-Tech Bereiche also die sauberen Technologien für Windkraftanlagen beispielsweise aber auch für E-Autos Auch im Schienenbereich natürlich, wenn wir dem ÖPNV ausbauen wollen.
00:15:44: Also um die Stahlindustrie kommt man da nicht herum.
00:15:47: Die ist essentiell auch für die grüne Transformation.
00:15:50: von daher sollte man sich was die Versorgung mit Stahlen angeht nicht vom Weltmarkt ab und nicht machen und dafür Sorge tragen das es eine funktionsfähige moderne Emissionsarme Stahlindustrie hier in Deutschland und Europa gibt, wo auch die Beschäftigten auf gut bezahlten sicheren Arbeitsplätzen eine vernünftige Zukunft haben.
00:16:12: Ich denke das ist so ein wichtiger Baustein für eine sozial- ökologische Transformation dass man all diese Kriterien Emissionsintensität und gute Arbeitsplätze in der Industrie verbindet.
00:16:26: Gibt es da irgendein Vorbild, wo Deutschland hinschauen könnte?
00:16:29: Wo die Transformation zu grünen Stahl schon weiter fortgeschritten ist.
00:16:34: Das kann man so nicht sagen dass es da jetzt große Vorbilder gäbe.
00:16:37: Es gibt Pilotprojekte und hier in Deutschland sind eigentlich auch ganz gut dabei.
00:16:46: Also seit Skittern gibt es ein Pilotprojekt Salkos heißt das, wo eine Direktreduzionsanlage damit Wasserstoff auch operiert, dabei ist aufzubauen und die auch zu kombinieren mit einem Elektro-Lichtbogenhof.
00:17:04: Ein ähnliches Projekt gibt es in Schweden.
00:17:10: Es wäre einfach bedauerlich wenn diese Projekte nicht in dem Fristen, indem man das vorhat sie hochzuziehen, auch aufgebaut werden könnten.
00:17:21: von daher denke ich, ist es jetzt wichtig dass es eine Unterstützung gibt für den grünen Stahl.
00:17:29: Für das Hochfahren des Grünen Stahls.
00:17:31: Das gibt dann Sicherheit für den Beschäftigten in den Stahlunternehmen und das gibt auch eine Sicherheit für diejenigen, die investieren im Aufbau der Grün-Stahlproduktion.
00:17:45: Und dafür ist es wichtig.
00:17:48: Leitmärkte gibt, also die Nachfrage organisiert wird für den Grünen Stahl und dafür kann zum einen die öffentlichen Hand Sorge tragen.
00:17:57: Wenn wir hier jetzt investieren in die Infrastruktur mit unserem Infrastruktur- und Klimatrefformationsfonds der Bundesregierung das Sondervermögen was wir dazu ja aufgelegt haben sollte dafür Sorge getragen werden dass im Bau beispielsweise bei öffentlichen Bauunternehmen eben auch grüner Stahl eingesetzt wird.
00:18:17: Genauso kann man das machen auf dem privaten Sektor, privaten Markte in denen man Quoten vorgibt für beispielsweise die Automobilindustrie wo man sagt ihr müsst halt eben beständig steigende Anteile an grünem Stahl verbauen für eure E-Autos kleinen kostengünstigen Emissionsarm-E Autos.
00:18:41: Also, die Nachfrage.
00:18:42: Dafür muss man Sorge tragen und da ist auch wieder der Staat gefordert entweder selbst als Nachfrager oder indem er die Rahmenbedingungen setzt.
00:18:50: Das hat eben Industrieunternehmen den Grünen Stahl auch nachfragen.
00:18:53: das sind so wichtige Voraussetzungen dafür um das sicherzustellen dass wir diese Transformationen auch hinbekommen
00:18:59: in der Stahlindustrie.
00:19:02: Das sind ja jetzt Johannes politische Schutzmaßnahmen die du beschreibst Wo Kritiker sagen könnten, das ist protektionistisch.
00:19:09: Damit verhindert man oder schränkt den Freihandel ein, weil wenn wir uns jetzt auf grünen Stahl beschränken, der dann eben vor allem aus Deutschland oder der EU kommt, dann genau behindern wir ja Handelströme von Stahl weltweit?
00:19:25: Was wäre deine Antwort darauf?
00:19:28: Ja, das ist völlig richtig.
00:19:31: Was man braucht ist tatsächlich Handelsschutzinstrumente für die Stahlindustrie, damit sie hier vor Ort weiter existieren können und damit hier vorort auch die Transformation zu grünem Stahl vorangetrieben werden kann.
00:19:46: Es wäre ja nichts gewonnen wenn dann Stahl hier der günstiger ist auf dem Markt kommt und der nach wie vor mit dem Einsatz von Koks in anderen Ländern produziert wird, der Emission stark ist und hier die Grünstar-Projekte an die Wand fährt.
00:20:03: Damit wäre was so den Kampf gegen Klimawandel angeht nichts gewonnen.
00:20:09: Von daher ist es legitim Außenschutz zu betreiben für eine Stahlindustrie, die sich transformiert hin zur grünen Staats-Inissionsarmaproduktion.
00:20:18: Von daher finde ich diese Schutzinstrumente richtig und legitim.
00:20:22: Und was es da gibt?
00:20:23: Die Europäische Union hat jetzt den Außenzoll erhöht vor allem die Quoten verringert, hat die Quote, die wir hier zulassen auf den europäischen Markt zu Zollbegünstigten setzen halbiert.
00:20:38: Das ist so ein wichtiges Schutzinstrument.
00:20:40: Ein weiteres Schutzinstrumente, das die EU auf den Weg gebracht hat.
00:20:44: Das sind vereinfacht gesagt sogenannte Bayer-European-Regelungen, die in einem Gesetz zur Industriertreformation enthalten sind.
00:20:52: Diese Bayer European Regeln sind alle ganz stark verwässert worden und werden wahrscheinlich nicht.
00:20:59: Die Erwartung erfüllen vor allem die Stahlindustrie daran gesetzt hat.
00:21:04: Nichtsdestotrotz ist das eigentlich ein Bruch mit der bisherigen Logik der europäischen Handelspolitik, weil die Europäische Union solche Regelungen wie Außenschutz für die eigene Industrie bei European bzw.
00:21:19: die nationale Industrie zu fördern und bevorzu Produkte der eigenen nationalen Industrie auch in öffentlichem Aufträgen kaufen.
00:21:28: Das sind handeltbeschränkende Maßnahmen, die die EU immer bekämpft hat Und verbote, diese handelsbeschränkende Maßnahme hat sie in alle ihre Handelsabkommen auch immer hinein geschrieben.
00:21:39: So dass jetzt die ganzen Handelspartner der Europäischen Union natürlich ziemlich sauer sind – berechtigt!
00:21:45: Ziemlich sauer ist das halt ein Propagandist des Freihandels selbst auf einmal zu solchen handels- beschreckenden Maßnahmen greift aus guten völlig legitimem Gründen.
00:21:57: Das muss man dazu sagen... Aber was jetzt natürlich notwendig wäre von seit einer Europäischen Union, dass man auch anderen Ländern in der Welt die gleichen Schutzmechanismen einräumt.
00:22:08: Das heißt also, was jetzt eigentlich stattfinden müsste, wäre das die Europäische Union darauf verzichtet wenn andere Länder bei national Regelungen für ihre eigene Industrie zum Schutz der eigenen Industrie erlassen, dass sie die nicht bekämpft beispielsweise vor der Weltlandesorganisation mit klaren Beschwerden.
00:22:26: Das macht die EU zurzeit nach wie vor auch gegenüber Entwicklungs- und Schwellenländern, die diesen Außenschutz ganz, ganz dringend brauchen.
00:22:35: Und dass sie anderen Ländern auch die Möglichkeit einräumt ihre eigene Industrie zu subventionieren wenn Sie das dann als notwendig ansehen um beispielsweise auch grüne Produktion, grünen Stahl in anderen Ländern in der Welt produzieren zu lassen.
00:22:51: Das heißt was jetzt eigentlich notwendig wäre ist, dass die Europäische Union wo sie selbst es erlernt hat, dass man Außenschutz braucht um die eigene Transformation abzusichern.
00:23:04: Diese Erkenntnis auch gegenüber den anderen Drittstaaten jetzt... walten lässt und dafür sorgt, dass diese anderen Länder auch entsprechende Spielräume bekommen.
00:23:18: Und das heißt im Grunde genommen, dass sie ihre ganze bisherige Handelspolitik reformieren musste die Handelsabkommen komplett überarbeiten müsste und vor allem Entwicklungs- und Schwellen oder wesentlich mehr Freiräume auch zubiligen müsste.
00:23:31: Das tut sie bisher nicht und das ist ein eklatanter Widerspruch eigentlich in der europäischen Handelspolitik zurzeit.
00:23:38: Dabei wird es ja so offenkundig jetzt gerade beim Thema grünen Stahl, dass man eben in Industriezweigen die dann weniger profitabel sind.
00:23:47: Weil sie Emissionen reduzieren, weil sie nicht fossile Energie sondern neue Energieträger verwenden teurer sind.
00:23:55: und wenn das für Grüne Stahl aus der EU will, solltet man das eigentlich für jegliche Produkte, die weniger emissionsintensiv sind auch wollen?
00:24:06: Genau, also dieses Prinzip dass man Außenschutz braucht für Produkte die teurer werden durch die Dekarbonisierung.
00:24:15: Die haben tatsächlich auch einen Wettbewerbsnachteil und das man da entspricht einer Ausgleichsmechanismen braucht.
00:24:23: Ausgleißzölle, das hat die EU schon gemacht im Bereich der E-Autos.
00:24:29: Da hat sie ausgleichszölle gegenüber E- Autos alle aus China eingeführt und so etwas ist durchaus auch legitim in anderen Bereichen, wie jetzt eben auch beim grünen Stahl.
00:24:41: Und das können wir uns durchaus auch in andere Bereiche noch vorstellen weil wir müssen ja Dekarbonisierung auch in anderen Branchen vorantreiben.
00:24:48: In der Chemieindustrie beispielsweise ist es auch notwendig wenn es dort hat dem zu entsprechenden Preisaufschlägen kommen sollte für chemische Grundstoffe die hier produziert werden in dekarbonisierter Weise dass die chemische Industrie denn auch entsprechende Außenschutz gewährt wird, damit sie hier am Markt weiterhin bestehen kann und nicht vom Markt verdrängt wird durch diejenigen Anbieter, die halt eben nicht emissionsarm produzieren.
00:25:20: Also das ist absolut notwendig denke ich dieser Außenschutz und von daher kann man nicht mehr die alte freihändlerische Politik weiter betreiben sondern man muss halt eben dort wo es notwendig ist außenschützbetreiben.
00:25:33: Ja, danke Thomas dass du noch mal so diesen größeren Blick drauf geworfen hast.
00:25:38: Weil man fängt mit der Hochofenroute an und landet dann bei Freihandelsideologie wie dann am Ende alles zusammenhängt.
00:25:48: Ich danke dir für unser Gespräch und ich fand es extrem spannend.
00:25:53: Ich hoffe, die Leute, die uns zugehört haben auch!
00:25:56: Und kann jetzt nach dem Anhören auch erklären was der Unterschied zwischen Hochofen- und Elektrolichtbogenofen ist?
00:26:05: Wenn nicht dann verlinke ich aber auch nochmal in den Shownaus zwei, drei Beispiele oder PDFs, die das schön erklären.
00:26:13: Ja, wenn euch da draußen der Podcast gefallen hat dann teilt ihn, empfehlt ihn weiter.
00:26:18: Liked uns oder gibt uns Sterne auf Spotify oder eurer Podcast-Anhörplattform der Wahl.
00:26:26: Ich wünsche euch einen schönen Tag und danke dir nochmal Thomas!
00:26:31: Ja ich danke auch dir Nora ganz herzlich für das Interview.
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